Sobald die Tür zu ist, herrscht Ruhe. Das Licht ist angenehm gedämpft, die Farben an den Wänden warm und freundlich. Heinz Rühmann und Marlene Dietrich werben auf Filmplakaten für die „Feuerzangenbowle“ und den „Blauen Engel“, kleine Clubsessel an Tischen mit Häkeldeckchen laden zum Verweilen ein.
Einladend, freundlich und entspannt, so ist der erste Eindruck, den der Stationsbereich für demenzkranke Patienten im EVK Münster vermittelt. Und genauso soll es auch sein. Denn mit diesem in Münster und Umgebung einzigartigen Stationskonzept geht das EVK, das seit Jahren einen Schwerpunkt in der Behandlung älterer Menschen hat, auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patientengruppe ein. In Zusammenarbeit mit der Gerontopsychiatrie der LWL-Klinik, der Alzheimer-Gesellschaft Münster sowie dem Demenz-Service-Zentrum wurde ein spezielles Behandlungskonzept erarbeitet.
Für Patienten mit Demenzerkrankungen, die nicht nur unter akuten einer Erkrankung und Schmerzen leiden, wenn sie in ein Krankenhaus kommen, sondern die durch die fremde Umgebung, die unbekannten Menschen und die vielen verschiedenen Informationen oft in hohem Maße verunsichert und verängstigt sind, kann ein Krankenhausaufenthalt eine enorm hohe Belastung darstellen. Im EVK steht diesen Patienten daher ein abgetrennter Stationsbereich mit sieben Betten und einem Therapieraum für Einzeltherapien zur Verfügung. Zentraler Ort der Station ist eine Wohnküche, deren Einrichtung verschiedene Gegenstände mit Erinnerungswert beinhaltet, wie eine alte Schreibmaschine, eine Kaffeemühle oder einen antiken Vitrinenschrank. Die Patienten essen dort gemeinsam am gedeckten Tisch und es finden verschiedene Gruppenaktivitäten, wie die tägliche Zeitungsrunde, Fernsehen, Musik hören, Gedächtnistraining oder eine Spielerunde statt. Der Tag wird begleitet und gestaltet von drei Betreuungsassistenten. Diese haben eine Qualifikation in Bezug auf Umgang, Kommunikation und Beschäftigung von Menschen mit einer Demenz erworben. Sie gestalten unter anderem die Aktivitäten für und zusammen mit den Patienten und begleiten sie zu Untersuchungen. Das gesamte Personal auf der Station arbeitet immer mehrere Tage am Stück, sodass die Patienten über einen längeren Zeitraum immer dieselben Ansprechpartner haben.
Die Abläufe im Stationsalltag, die erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen werden an die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst. Eine bessere Einbeziehung der Angehörigen - nicht nur am Aufnahmetag - ist hierdurch ebenfalls möglich. Im Umgang mit den Patienten finden Elemente aus bewährten Behandlungskonzepten Demenzkranker Verwendung (u.a. Integrative Validation, Milieutherapie, Biographiearbeit).




