EVK schenkt Lachen trotz chronischer Schmerzen

Schmerzpatient Theodor Müther (84) genießt nach Therapie sein Leben wieder

Theodor Müther (Mitte) kann trotz chronischer Schmerzen das Leben mit seiner Frau Theodora Müther wieder genießen. Oberarzt Dr. Dietrich Brückner freut sich, dass die Schmerztherapie im EVK seinem Patienten wieder Lebensqualität geschenkt hat.

In der einen Woche mit dem Rollator durch Köln spazieren, kurz darauf eine Bekannte in Holzwickede besuchen, ein paar Tage später mit dem Zug nach Iserlohn fahren – dass er mit 84 Jahren wieder so agil und gutgelaunt halb NRW bereisen kann, verdankt Theodor Müther einer dreiwöchigen Schmerztherapie am Evangelischen Krankenhaus Johannisstift Münster (EVK). Mehr oder weniger der Buslinie 15 ist es geschuldet, dass der Senior mit seinen Knieschmerzen ausgerechnet in der Klinik im Kreuzviertel gelandet ist. Auf der Suche nach einer Schmerztherapie, die ihm Ärzte in Hamburg empfahlen, stieß er auf das EVK-Team rund um Oberarzt Dr. Dietrich Brückner. „Weil der Bus direkt am Krankenhaus hält, passte das gut. Ich hatte großes Glück, hier auf ein tolles Ärzte- und Therapeuten-Team zu treffen“, blickt Theodor Müther dankbar zurück.

Notwendig war die Schmerztherapie nach einer Knie-Operation geworden: Müther klagte weiterhin über starke Schmerzen. „Wirklich helfen konnte mir kein Arzt. Selbst Experten in Hamburg, die ich extra aufsuchte, sagten mir: Die Schmerzen kann Ihnen kein Arzt der Welt nehmen. Mir war klar: Ich bin ab sofort zum Sitzen verdammt. Bis ich schließlich über Umwege am EVK landete. Der Aufenthalt hier hat alles verändert“, schwärmt Müther von der stationären Behandlung seiner chronischen Schmerzen. Er kann sein Leben nach der erfolgreichen Therapie wieder viel besser genießen, hat in der Gruppen- und Einzeltherapie gelernt, eine andere, positivere Einstellung zu den chronischen Schmerzen zu entwickeln. „Das hilft tatsächlich sehr. Mittlerweile sage ich mir einfach: Reg‘ Dich nicht so drüber auf“, will der lebensfrohe Senior anderen von Schmerzen geplagten Menschen Mut machen. Diesen neuen Blick auf seine Schmerzen hat Müther sich mit Hilfe von Ärzten und Therapeuten in drei Wochen im EVK erarbeitet, so dass er endlich wieder Lebensqualität empfindet. „Was mir dort vermittelt wurde, sitzt so nachhaltig und hilft mir im Alltag, da brauche ich vermutlich keine Auffrischung“, blickt der 84-Jährige zuversichtlich in die Zukunft.

Bei seinem Aufenthalt hatte Theodor Müther seinen drei behandelnden Ärzten – Chefärztin Dr. Verena Lange, Oberarzt Dr. Dietrich Brückner und Dr. Ulrike Oberkötter – versprochen, ihnen eine Karte aus Köln zu schicken. „Mein großer Wunsch: mit dem Rollator durch die Römerzeit. Und das habe ich geschafft“, sagt Müther stolz. Auch wenn das Römisch-Germanische Museum in Köln just an dem Tag geschlossen hatte – das Ziel, die Rhein-Metropole zu besuchen, hat der Schmerzpatient erreicht. Und Postkarten schrieb er gleich drei, an jeden seiner Ärzte eine.
Dr. Dietrich Brückner freut sich, dass die Schmerztherapie des EVK bei Theodor Müther so gut gewirkt hat. „Wir erleben regelmäßig, wie Patienten den Teufelskreis aus Schmerz und immer neuen Einschränkungen durchbrechen und sich ihr Leben Schritt für Schritt zurückerobern, trotz der Schmerzen. Es gilt, den Blick weg von vermeintlich zu behebenden körperlichen Ursachen, hier erneute OP des Knies, auf die Schmerzchronifizierung, das heißt die pathologischen Veränderungen des Nervensystems und ungünstigen Einstellungen und Überzeugungen als wesentliche Ursache des chronischen Schmerzes zu lenken und diesbezüglich die Therapien anzusetzen“, sagt der Facharzt für Anästhesiologie und spezielle Schmerztherapie.

Krankenhausaufenthalte sind für viele Patienten oft auch negativ besetzt, Theodor Müther erinnert sich hingegen gern an seine Zeit im EVK. Seine Schmerzbewältigungsgruppe, bestehend aus zwei Herren und zwei Damen, war offenbar sehr passend zusammengestellt worden. „Wir haben oft   zusammen gelacht und hatten einfach viel Spaß zusammen – trotz der Schmerzen. Jeder, der unter chronischen Schmerzen leidet, sollte es hier versuchen“, ermuntert der 84-Jährige andere Leidensgenossen.

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