Den betagten Patienten im Blick

EVK Münster eröffnet neue Intensivstation mit doppelter Anzahl hochmoderner Intensivplätze und besonderem Fokus auf Altersmedizin

Der demografische Wandel spricht eine deutliche Sprache. Immer mehr Menschen werden älter, leiden unter einer Vielzahl altersbedingter Beschwerden und müssen immer häufiger auch intensivmedizinisch behandelt werden. Als Reaktion auf diesen wachsenden Bedarf wurde heute am Evangelischen Krankenhaus Johannisstift Münster (EVK Münster) eine neue Intensivstation mit besonderem Fokus auf die altersmedizinische Behandlung eingeweiht.
 
Rund 3 Millionen Euro investierte das EVK Münster für den Umbau. „Wir setzen mit der neuen Intensivstation ein klares Zeichen“, betont Jochen Brink, Vorstand der Valeo-Kliniken GmbH. „Im starken Wettbewerb des Münsteraner Gesundheitsmarktes werden auch wir als kleineres Krankenhaus gebraucht, das mit seinem altersmedizinischen Schwerpunkt eine wichtige Versorgungsaufgabe übernimmt.“
 
Vor einem Jahr startete der Bau der neuen Intensivstation. Heute verfügt die insgesamt 420 Quadratmeter große Abteilung über zehn hochmoderne Intensivplätze. Von Anfang an standen die Bedürfnisse betagter Patienten im Mittelpunkt: So wurden der Bau mehrerer Einzelzimmer umgesetzt, um die im Alter häufig auftretende Unruhe und Verwirrtheitszustände, sogenanntes Delir, zu reduzieren und die Ansteckungsgefahr multiresistenter Keime zu verringern. Das helle, lichtdurchflutete Raumkonzept mit sanften Wandfarben unterstützt zusätzlich bei der Delirprävention. Ein hochmodernes Monitoring-System gewährleistet eine engmaschige Überwachung der betagten Patienten und auch ein zusätzlicher Raum für Gespräche mit Angehörigen in ruhiger Atmosphäre wurde eingeplant. Eine weitere Besonderheit der neuen Station, die im Münsterland einmalig ist: Am EVK steht ein Team aus Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden ausschließlich für die Intensivstation bereit. Denn für intensivmedizinische Patienten ist eine frühe Mobilisation enorm wichtig – sie kann sogar den Krankenhausaufenthalt um mehrere Tage verkürzen.
 
Der Ausbau der Intensivstation am EVK ermöglicht zudem die Erweiterung der langjährigen, engen Kooperation mit dem Universitätsklinikum Münster (UKM). Dazu gehört auch die Weiterbehandlung älterer Patienten, die nach Abschluss der Akutbehandlung von einer künstlichen Beatmung entwöhnt werden müssen, den sogenannten Weaning-Patienten. Dieser Prozess kann mehrere Wochen dauern und muss behutsam erfolgen. „Dafür müssen alle Disziplinen eng zusammenarbeiten“, erklärt Dr. Verena Lange, Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. „Intensivmediziner, Intensivpflegepersonal, Geriater, Logopäden, Physio-, Ergo- und Schmerz- sowie Musiktherapeuten, klinische Pharmakologen als auch Seelsorger und Sozialarbeiter – alle arbeiten Hand in Hand.“ Timo Schumann, pflegerischer Abteilungsleiter der Intensivstation, freut sich vor allem über die neuen Kollegen, denn: „Trotz des deutschlandweiten Pflegekräftemangels, der auch vor Münster nicht haltmacht, konnten wir alle ausgeschriebenen Stellen in der Intensivpflege besetzen.“

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