Informationen für ärztliche Kollegen

Unser Behandlungsangebot der stationären multimodalen Schmerztherapie richtet sich an Patienten mit chronifizierten Schmerzerkrankungen (> 3 Monate Dauer), bei denen (verschiedenste) rein somatisch orientierte Behandlungsansätze nicht erfolgreich waren.

Wenn Patienten in Ihrer Praxis trotz aller therapeutischen Bemühungen eine Progredienz somatischer Beschwerden, zunehmenden Leistungsverlust sowie Rückzugstendenzen zeigen, kann eine multimodale Therapie hilfreich sein.

Hierbei erfolgt eine inhaltlich eng aufeinander abgestimmte multidisziplinäre Behandlung. Im Rahmen gemeinsamer regelmäßiger Teambesprechungen wird ein Therapieziel und individuelles Programm für den einzelnen Patienten erarbeitet. Grundlage ist die Orientierung an den individuellen funktionellen Problemlagen bzw. Ressourcen der Patienten. Die Behandlung in unserer Abteilung dauert in der Regel 12-14 Tage.

Behandelbare Schmerzsyndrome sind:

  • Rücken- und Halswirbelsäulenschmerzen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Fibromyalgie
  • Zentrale Schmerzen
  • Phantomschmerzen
  • Medikamentenentzug bei Fehlgebrauch

Die Aufnahmekriterien zur stationären mutlimodale Schmerztherapie sind:

  • die manifeste oder drohende Beeinträchtigung der Lebensqualität und/oder der Arbeitsfähigkeit
  • ausbleibender Erfolg einer bisherigen unimodalen Schmerztherapie, eines schmerzbedingten Eingriffes oder einer medikamentösen Entzugsbehandlung
  • bestehende Schmerzmittelabhängigkeit oder - fehlgebrauch
  • schmerzunterhaltende psychische Erkrankung
  • gravierende somatische Begleiterkrankungen

Relative Ausschlusskriterien sind:

  • nicht ausreichende sprachliche Fähigkeiten
  • eine bestehende schwerwiegende Psychopathologie
  • eine bestehende Suchtproblematik mit Ausnahme eines Schmerzmittelfehlgebrauchs

Auch für Patienten höheren oder hohen Lebensalters kommt unsere Therapie infrage. In diesem Fall betreuen wir die Patienten in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Kollegen der geriatrischen Klinik. Die Therapieinhalte werden bei Bedarf in kleineren Gruppen altersgemäß in Bezug auf Inhalte und deren Intensität angepasst.

Ziel einer jeden Behandlung ist neben einer adäquaten Schmerzreduktion die Wiederherstellung der aktiven Teilhabe am täglichen Leben inkl. der Arbeitsfähigkeit.

Studien zeigen, dass frühzeitige Information über ein Bio-Psycho-Soziales Krankheitsmodell den Patienten helfen, eine ausreichende Veränderungsmotivation zu entwickeln (A. Küchler et al, 2012). Aktives Eigenengagement der Patienten korreliert mit einem langfristigen Therapieerfolg. Bei der Frage, ob eine statonäre mutlimodale Therapie für Ihre(n) PatientIn infrage kommt, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf. Eine Kontaktaufnahme durch den Patienten ist selbstverständlich ebenfalls möglich. Die Anmeldung von Patienten könnn Sie gerne telefonisch über das Sekreteriat der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin u. Schmerztherapie unter der Telefonnummer 0251/2706256 vornehmen. Ansprechpartnerin ist Anna Honerkamp. Bei Bedarf kann das Kontaktformular auf der Startseite verwendet werden; wir melden uns dann umgehend zurück. In der Regel vergeben wir zeitnah einen ambulanten Termin, zu welchem wir die Ihnen zur Verfügung stehenden Vorbefunde in Kopie benötigen. Den Patienten wird neben einer Terminbestätigung der Deutsche Schmerzfragebogen mit der Bitte um sorgfältiges Ausfüllen zugesandt. Für diesen Termin benötigen wir eine stationäre Einweisung. Nach Anamneseerhebung und körperlicher Untersuchung besprechen wir gemeinsam mit den Patienten, ob eine stationäre Aufnahme infrage kommt oder alternative Möglichkeiten zu erwägen sind.