Leistungsspektrum

Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen

Sprachstörungen (Aphasien) betreffen die Struktur der Sprache, wobei es zu Beeinträchtigungen bzgl. des Aussuchens und Zusammensetzens von Wörtern, als auch zu eingeschränkten grammatikalischen Fähigkeiten kommen kann (z.B. unvollständige Sätze bzw. fehlerhafter Satzbau). Die Sprache kann in allen „Modalitäten“ gestört sein: dem Sprachverständnis, dem verbalen Ausdruck, dem Lesen und dem Schreiben. Es gibt nicht ,,die eine Aphasie“, sondern Ausprägung und Erscheinungsbild zeigen sich bei jedem Patienten variierend.
Die Aufgabe der Logopädie ist es daher, die Sprache in ihren unterschiedlichen Bereichen zu untersuchen und Stärken sowie Schwächen zu umschreiben, um daraus eine gezielte und individuell gestaltete Therapie abzuleiten; dies geschieht auf der Basis unterschiedlichster Therapienmethoden, wie z.B. MODAK, PACE, MIT. Um die Regeneration des Gehirns zu unterstützen und zu fördern ist es wichtig, die Therapie so früh wie möglich zu beginnen. So kann die Sprachleistung in allen Modalitäten verbessert und eine Erleichterung der allgemeinen Kommunikation für Patienten und Angehörige ermöglicht werden.

Eine Sprechstörung (Dysarthrophonie) hingegen beschreibt eine Beeinträchtigung der Motorik des Sprechens. Dabei können sich sowohl Sprechatmung als auch Stimme, Artikulation und Melodie des Sprechens verändern. Die Sprache selber ist dabei intakt. Patienten mit einer Dysarthrophonie sprechen meist undeutlich und sind schwer zu verstehen, wobei auch hier das Erscheinungsbild mit unterschiedlicher Ausprägung der Erkrankung deutlich variiert.

Bei einer Stimmstörung (Dysphonie) beziehen sich die Beeinträchtigungen – wie der Name schon sagt - ausschließlich auf die Einschränkungen der verschiedenen Qualitäten der Stimme. Ursächlich dafür können sowohl organische Schädigungen (z.B. Verletzung des Kehlkopfnerven) als auch funktionelle Veränderungen (d.h. ohne erkennbare organische Betroffenheit, z.B. bei falschem Stimmgebrauch) sein. Hierbei zeigt sich beispielsweise eine konstant heisere und nicht belastbare Stimme.
Auch bei diesen beiden Störungsbildern findet eine einhegende Diagnostik der einzelnen Bausteine statt, um anschließend gezielt an der Verbesserung der Symptomatik zu arbeiten. Ist das Erlangen einer ausreichenden verbalen Verständigung nicht mehr möglich, sind Kommunikationshilfen nötig – auch hier stehen wir beratend zur Seite.

Schluckstörungen

Der größte Teil unserer Patienten weist eine Beeinträchtigung der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme auf. In der menschlichen Anatomie liegen Speise- und Luftröhre sehr dicht beieinander. Während des Schluckablaufes, d.h. während des Weges der Nahrung und Flüssigkeit vom Mundbereich in den Magen, verhindern verschiedenste Muskeln und Mechanismen im Mund, Rachen und Kehlkopf den Eintritt von Nahrung und/oder Flüssigkeit in die Atemwege. Bei einer Schluckstörung (Dysphagie) ist dieser Schutz eingeschränkt oder sogar aufgehoben. Unbehandelt kann dies zu einer Lungenentzündung führen und ist somit für bereits immunschwache Menschen lebensbedrohlich. Daher gilt es, das Störungsbild schnellstmöglich zu erkennen, zu behandeln und gleichzeitig eine ausreichende Nährstoff- und Flüssigkeitsversorgung so wie die Aufnahme von Medikamenten zu gewährleisten. Ist der Befund trotz eingehender Anamnese und klinischer Diagnostik nicht eindeutig, besteht in unserem Haus die Möglichkeit, bildgebende Verfahren wie die FEES oder die VDS unterstützend einzusetzen.

Bildgebende Untersuchungsverfahren

Bei unsicherem klinischen Befund können eine FEES oder VDS eingesetzt werden. Bei der FEES (=Fiberendoskopische Evaluation des Schluckablaufes)  wird ein Endoskop in den Nasen-Rachen-Raum eingeführt, wodurch die Passage angefärbter Flüssigkeit und Nahrung im Bereich des Rachens und Kehlkopfes beobachtet und beurteilt werden kann. Die VDS (=Videodokumentierte Durchblutungsuntersuchung des Schluckaktes) hingegen ist eine meist seitliche Röntgenaufnahme im Kopf-Schulterbereich, bei welcher der Weg, der mit Kontrastmittel versetzten Nahrung und Flüssigkeit von der Aufnahme in den Mund bis in die Speiseröhre beobachtet werden kann.