Kooperation zwischen Geriatrie des EVK und der Klinik für Neurologie am UKM

Die Versorgung einer immer älter werdenden Gesellschaft gilt als große Herausforderung für das Gesundheitssystem. Ein zukunftsweisendes neues Angebot für geriatrische Patienten hält jetzt das EVK Münster im Rahmen seiner Kooperation mit dem Universitätsklinikum Münster (UKM) vor: Die neurophysiologische Diagnostik zusammen mit der Erweiterung der fachärztlichen Betreuung durch einen Neurologen ermöglicht eine bessere Diagnose und Therapie speziell in der Altersmedizin, und ist einzigartig in der Region. „Statistisch haben zwei Drittel aller altersbedingten Diagnosen eine neurologische Ursache“, sagt Prof. Dr. Heinz Wiendl, Direktor der Klinik für Neurologie am UKM.

Das Krankenhaus verfügt nun in Kooperation mit der Klinik für Neurologie des UKM direkt vor Ort über ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten – unter anderem MRT- und CT-Bildgebung, Liquoranalytik, Elektro-Enzephalographie (EEG), Elektroneuro- und myographie sowie eine spezifische Schwindel- und Schluckdiagnostik. „Ich freue mich, dieses breite Spektrum an diagnostischen Möglichkeiten vor Ort zu haben. So haben wir schon vieles entdeckt, das man sonst möglicherweise nicht gesehen hätte“, sagt Prof. Dr. med. Thomas Duning, Oberarzt der Klinik für Neurologie am UKM, der seit Anfang des Jahres 2018 im Rahmen eines Kooperationsmodells am EVK tätig ist. „Ich kann am EVK mein Wissen über altersmedizinische Fragen vertiefen und gleichzeitig die neurologische Versorgung der Patienten ergänzen.“

Interdisziplinäres Angebot ergänzt die moderne altersmedizinische Versorgung
„In den kommenden 15 Jahren wird der Anteil von Menschen über 65 Jahren auf mehr als 30 Prozent steigen, darunter auch eine zunehmend größere Gruppe von Hochbetagten“, erklärt Dr. med. Peter Kalvari, Chefarzt der Geriatrie des EVK Münster. „Es gilt, gerade bei diesen über 80-jährigen Patienten auch immer die Selbsthilfefähigkeit, Selbstbestimmung und Lebensqualität zu sichern.“ In seiner Klinik werden ältere Patienten mit akuten Erkrankungen und alterstypischen Behinderungen umfassend behandelt. Im Alter treten oft mehrere Probleme gleichzeitig auf, weshalb altersmedizinische Erkrankungen oft eine interdisziplinäre Herausforderung darstellen. Dr. Kalvari: „Wir leisten eine moderne altersmedizinische Versorgung, bei der ältere Patienten individuell behandelt werden und vom interdisziplinären Austausch sehr profitieren.“ Die Neurologie deckt dabei einen besonders großen Bereich ab: Ob neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, zerebrovaskuläre Krankheiten wie Schlaganfall oder vaskuläre Demenzen, Gangstörungen, Schwindel-Syndrome oder neuropathische Beschwerden – bereits  jetzt werden auf diesem Fachgebiet zunehmend ältere Patienten behandelt.

Patienten profitieren ebenso wie Ärzte. Schon jetzt besteht hoher Bedarf.
„Dies ist der Hintergrund für die begonnene Kooperation zwischen dem UKM und dem EVK, welche in zukunftsorientierter Weise den wachsenden Bedürfnissen für neurologische Kompetenz in der Geriatrie und geriatrische Kompetenz in der Neurologie Rechnung trägt“, so Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch, Vorstandsvorsitzender und ärztlicher Direktor des UKM. Die engere Zusammenarbeit beider Häuser sowie Fachrichtungen ist eine strategisch wichtige und richtige Ausrichtung für die Zukunft – und eine Konsequenz, die der klinischen Realität schon jetzt Rechnung trägt. „Hiervon werden sowohl die Patienten als auch die Ärzte beider Häuser und Kliniken profitieren“, ist Dr. Kalvari sicher. Und Michael von Helden, kaufmännischer Direktor am EVK Münster, ergänzt: „Schon jetzt wird das Angebot sehr gut angenommen. Der Bedarf ist hoch und wird weiter steigen.“

Foto: UKM-Oberarzt Prof. Dr. Thomas Duning (vorne) behandelt im Rahmen einer neuen Kooperation jetzt auch Patienten am EVK zur Freude von (v.l.) Michael von Helden, Dr. Peter Kalvari (beide EVK), Prof. Dr. Heinz Wiendl und Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch (beide UKM).

Zurück