Entlassungsmanagement

Der Begriff Entlassungsmanagement beschreibt alle strukturierten Maßnahmen während der stationären Behandlung, die die anschließende ambulante Versorgung vorbereiten. Ziel ist somit ein optimaler Übergang, der den Behandlungserfolg auch langfristig sicherstellen soll. Daran arbeiten im EVK Münster der Pflegedienst, der ärztliche Dienst, das Therapeutenteam und der Sozialdienst als multiprofessionelles Team Hand in Hand. Unser Entlassmanagement ist somit eine interdisziplinäre Aufgabe: Die Verantwortlichkeiten und Aufgaben sind für alle Teammitglieder in einer SOP eindeutig und transparent zugeordnet. Koordinatorin des Entlassungsprozesses und erste Ansprechpartnerin für unsere Patienten ist die für den Patienten zuständige Pflegekraft. Eine EDV-geführte Checkliste hilft ihr dabei, den Prozess des Entlassmanagements zu überwachen. Unsere Patienten sind über alle Maßnahmen des Entlassmanagement informiert und aufgeklärt.

In unserer Arbeit richten wir uns nach dem Experten-Standard Entlassmanagement in der Pflege (DNQP) und dem Rahmenvertrag Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGBV. Gemeinsam mit unseren regionalen und überregionalen Netzwerkpartnern entwickeln wir unseren Prozess des Entlassmanagements kontinuierlich weiter.

Um eine bestmögliche Überleitung unserer Patienten zurück in die häusliche Umgebung oder in die Betreuung einer stationären Pflegeeinrichtung sicherzustellen, beginnt unser Entlassmanagement bereits bei der Aufnahme mit dem Erheben der Pflegeanamnese, dem Erfassen von individuellen Versorgungsrisiken und der Abfrage eines mehrdimensionalen Assessments, das spätestens am 3. Behandlungstag abgeschlossen ist.

In wöchentlichen Teambesprechungen tauschen wir uns über den Behandlungsverlauf unserer Patienten aus und entwickeln eine individuelle Entlassungsplanung, die für alle an der Betreuung des Patienten beteiligten Teammitglieder in der elektronischen Patientenakte einsehbar und verfügbar ist.

Wir kümmern uns um eine sichere Medikamentenversorgung nach der Entlassung unserer Patienten, in dem wir unsere Patienten und deren Angehörige sowie die sogenannten „weiterversorgenden Leistungserbringer“ also Hausärzte, ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen frühzeitig über den Termin der bevorstehenden Entlassung informieren und den Arztbrief mit allen Informationen zum Krankenhausaufenthalt einschließlich einer Telefon-Nummer für Rückfragen und der letzten Medikation bereits am Morgen des Entlasstages fertig gestellt haben. So kann die weiterbehandelnde Hausärztin/ der Hausarzt die Verordnung der Medikamente noch am selben Tag vornehmen. Sollte erkennbar werden, dass die Medikamentenversorgung auf diesem Wege nicht sichergestellt werden kann, geben wir die Medikamente zusammen mit einem Medikamentenplan für längstens 3 Tage mit nach Hause (§ 14 Apothekengesetz).

Die Genehmigung und Auslieferung von Hilfsmitteln nimmt oftmals mehr Zeit in Anspruch als erwartet. Damit die erforderlichen Hilfsmittel unseren Patienten schon am Entlassungstag zur Verfügung stehen, kümmern wir uns bereits in den ersten Behandlungstagen darum im Rahmen eines standardisierten Prozesses. Hierzu arbeiten wir eng und vertrauensvoll mit den Sanitätshäusern der Region und unseren Ansprechpartnern der Kostenträger zusammen.

Weitere nachstationäre Maßnahmen wie Reha, Anschlussheilbehandlung, häusliche Krankenpflege, Leistungen nach dem SGB XI oder Unterstützung bei der Suche nach einem (Kurzzeit-)Pflegeplatz werden durch unseren Sozialdienst organisiert. Die Kranken- und Pflegekassen unserer Patienten binden wir in den Prozess des Entlassmanagements frühest möglich ein.